Technische Azubis der Deutschen Bahn mit Niryo auf die Zukunft vorbereiten

Technische Azubis der Deutschen Bahn mit Niryo auf die Zukunft vorbereiten

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Mithilfe des Roboters Niryo können sich Auszubildende der Deutschen Bahn mit Robotern vertraut machen.

Wie die Deutsche Bahn ihre Auszubildenden auf die Zukunft vorbereitet.

Die Deutsche Bahn AG möchte ihre Auszubildenden optimal auf die Berufspraxis vorbereiten. Automatisierte und effiziente Produktionsprozesse sind aus der Industrie schon heute nicht mehr wegzudenken.

Deshalb werden die Prinzipien einer erfolgreichen Lean Production den zukünftigen Fachkräften bereits in der Erstausbildung vermittelt. Durch die Arbeit mit den Robotern wird ihr Blick für automatisierbare Prozesse und schlanke Produktionsabläufe geschärft.

Umsetzung: Wo, wenn nicht in den bahninternen Ausbildungswerkstätten?

Bereits im ersten Ausbildungsjahr soll den zukünftigen Fachkräften der Deutschen Bahn Automatisierung bei gefährlichen oder schweren Arbeiten nahegebracht werden.

Mithilfe des Roboters Niryo können sich Auszubildende der Deutschen Bahn mit Robotern vertraut machen.

Interview mit Marcel Häßler, Projektmanager DB Training, Learning & Consulting

Herr Häßler, warum haben Sie sich für Niryo als “Ausbildungsroboter” entschieden?

Letztes Jahr (2019) haben wir unsere 26 Ausbildungswerkstätten mit 3D Druckern ausgestattet. Die passen gut in den Rahmen des Lean Prozesses der Deutschen Bahn. Die Idee ist, mit Lean Production die Fertigung zu optimieren. Dank der Drucker können unsere Azubis sich mit dem Prozess des 3D Drucks vertraut machen, Ersatzteile modifizieren und sogar selbst ausdrucken.

Da die Teile von Niryo mit 3D Druckern gedruckt werden, passt er sehr gut in unser Lernsystem. Er ist einfach handzuhaben, so dass er für alle Auszubildenden gut zugänglich ist.

Unser Ziel war es außerdem, alle 26 Werkstätten mit 2 Robotern auszustatten. So kann jeder der jährlich etwa 1200 Auszubildenden während seiner 3-3.5 jährigen Ausbildung mit einem Roboter in Kontakt kommen. Industrieroboter wären allein schon vom Budget her nicht in Frage gekommen.

Wie war der erste “Kontakt” zwischen dem Roboter Niryo und den Auszubildenden in den Werkstätten?

Er wurde sehr positiv aufgenommen. Der allgemeine Eindruck ist “Wow, jetzt haben wir es endlich geschafft, Roboter in unsere Werkstätten einzubinden!”

Die Werkstätten mit ihren insgesamt 240 Ausbildern sind jetzt dabei, die Roboter aufzubauen und zu testen, teilweise auch schon mit den Auszubildenden. Hierfür sind die Erklärvideos sehr hilfreich. Die Anleitungen helfen auch und werden für die Ausbildung so übernommen. 

Einziges Manko für ein paar Kollegen: einige Unterlagen waren bisher nur auf Englisch verfügbar. Das ist für mich allerdings nicht kritisch, da die Auszubildenden das Fachenglisch während ihrer Ausbildung sowie lernen müssen.

Reichen die Materialien des Herstellers für die Ausbildung aus?

Die zur Verfügung gestellten Materialien ermöglichen einen guten und raschen Einstieg, aber DB Training, Learning & Consulting wird in den nächsten Wochen eigene Aufgaben mit Lösungen erstellen. 

In die bestehenden Pläne werden Einheiten, die sich mit Niryo befassen, eingebaut. Diese Einheiten werden speziell auf die jeweiligen Ausbildungspläne zugeschnitten. Man könnte sich vorstellen, dass die Auszubildenden im ersten Jahr das Transportband und Roboter über den Learningmode ansteuern. Im dritten Jahr haben sie schon mehr Fachwissen und vielleicht können wir den Roboter mit in die Steuerung von Siemens einbauen. Der Roboter kann auch bestimmte Teile greifen und an einem anderen Ort wieder ablegen. Hier könnte man das Kamerasystem von Niryo verwenden.

Neben den Aufgaben werden wir eine Kurzanweisung erstellen, die erläutert, wie Niryo im Computernetzwerk verwendet werden kann. Da keine Software installiert werden muss, ist es sehr einfach, Niyo in den Werkstätten zum Laufen zu bringen. Das ist ein großer Vorteil.

Niryo One Studio Software
Niryo One Studio Software

Was sind die Vorteile vom Einsatz von Robotern in Ihren Ausbildungswerkstätten?

Die Züge werden fertig bei Siemens gekauft und das ganze Leben lang von unseren Fachkräften begleitet. Die Teile sind sehr groß und schwer, oft mehrere Tonnen. Diese werden in Handarbeit demontiert und montiert, unterstützung haben die Fachkräfte nur Kräne und Hubwägen.

Es ist ein Vorteil, wenn unsere Fachkräfte von morgen, unsere heutigen Auszubildenden, von Anfang an mit Robotern vertraut sind und die Einsatzmöglichkeiten kennen. Wie kann der Mensch durch Roboter oder ein Exoskelett unterstützt werden? 

Vielen Dank, Herr Häßler!

Ein zweiter Artikel folgt, wenn Niryo ein paar Wochen im Einsatz war.

Kontakt DB Training, Learning & Consulting: servicemanagement@deutschebahn.com

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